Warum ein Glockenankermotor?

Glockenankermotoren stellen in Bezug auf Zuverlässigkeit, Laufruhe und vor allem dem kraftvollen Anlauf bei geringsten Spannungen am Gleis nahezu das Nonplusultra dar und sind mit Märklinmotoren nicht zu vergleichen! Wer eine derart umgebaute Lok das erste Malaufs Gleis stellt ist fasziniert über die geringe Geräuschentwicklung. (Geräusch - eigentlich eher kein Geräusch, man hört nur ein leises Schnurren und die Wagenräder an den Schienenstößen) Auch die Geschwindigkeit ist bei voll aufgedrehtem Fahrgerät deutlich geringer - quasi "vorbildlich"


Umbau einer BR218 auf Glockenankermotor

Umbausatz von Michael Bahls

Der Einbau in Drehgestell Loks ist für den etwas versierteren Modellbahner selbst zu bewerkstelligen.
Der dazu notwendige Umbausatz (siehe Bild) wird z.B. von Michael Bahls angeboten.

Nach dem der Glockenankermotor mit der Schwungmasse doch deutlich mehr Platz benötigt muss im Fahrwerk der Lok mit einer Fräse oder von Hand mittels einem Proxxon, Dremel, ect... "ausgeräumt" werden. Nachdem aber Gewicht für unsere kleinen Loks wichtig ist, sollte nur das allernötigste weggenommen werden.

Ausgefrästes Fahrwerk mit Lagerbock

Ich habe immer wieder die Drehgestelle provisorisch eingebaut und den Lagerbock plus Motor eingelegt um herauszufinden, wo noch gefräst werden muss.

Ist endlich genug Platz geschaffen, alle Teile sorgfältig von den Spänen reinigen! Ein übersehener Span im Drehgestell kann großen Schaden anrichten.

Motor eingeklebt
 

Im nächsten Schritt werden der Lagerbock und der Motor mit 2-Komponentenkleber in das Fahrwerk eingeklebt. Nachdem bei der BR218 die Wellen nicht gelagert sind wie z.B. bei einer BR103 ist es ratsam in die Schnecken ein paar Schläge mit dünnem Kupferlackdraht zu umwickeln und Diesen nach dem aushärten des Klebers wieder zu entfernen. Damit bleibt zwischen Schnecke und dem ersten Zahnrad im Drehgestell etwas Luft und die Welle wird nicht belastet.

Motor eingebaut und verdrahtet

Bleibt im letzten Schritt nur noch, die Kunststoffabdeckungen an beiden Seiten entsprechend zu kürzen und wieder zu montieren. Ich habe bei meinem Umbau auch gleich einen Digitaldecoder eingebaut, was durch den Wegfall der Platine recht einfach ist.

Die LED Einsätze im Lokgehäuse habe ich direkt mit dem Decoder verbunden. Wer noch eine Lok mit Birnchen-Beleuchtung hat muss die Leuchteinsätze entweder anlöten und die fehlende Platinenseite verdrahten oder die Gelegenheit nutzen und gleich auf LEDs umsteigen. 

Vorsicht!

Alles in allem dauert so ein Umbau vielleicht 1-2 Stunden, birgt aber eine große Gefahr - eine Suchtgefahr! Wer eine Lok mit Glockenankermotor in seinem Fuhrpark hat, will mehr - der Fahreigenschaften wegen!