Ein neuer Schattenbahnhof

Im Laufe der Jahre habe ich Drachenstein auf einigen Messen und Ausstellungen gezeigt. Dabei ist mir schnell klar geworden, dass der einfache Schattenbahnhof mit nur zwei Gleisen und die Beschränkung auf nur einen Belegtmelder mit 8 Blöcken eine starke Limitierung darstellte. Ich wollte für den Betrachter mehr Abwechslung bieten und hierzu mehr Züge automatisch fahren können.
Über viele Monate plante ich immer wieder hin und her. Alle Versuche, den Schattenbahnhof zu erweitern scheiterten daran, dass die zusätzliche Weichen die nutzbare Gleislänge der Schattenbahnhofsgleise zu stark verkürzte.

Die Lösung

Der Durchbruch gelang auf der IMA 2011 in Göppingen bei einem Gespräch mit Walter Völklein, dem Inhaber der Firma Weichen-Walter . Sein Vorschlag war, zwei Dreifach-Bogenweichen (!) für mich zu fertigen und damit die nutzbare Gleislänge zu maximieren. Damit ergab sich so viel Platz, dass es sogar möglich war, ein weiteres Gleis für einen Pendelzug einzufügen. Der Entwurf des neuen Gleisplans war vielversprechend.

Die im Gleisplan grün gezeichneten Teile werden beim Umbau neu entstehen. Limitierender Faktor ist der Platz unter der Anlage, da die gestrichelt gezeichnete Schleife unter dem Bahnhof nur ca 2cm tiefer liegt wie die Trasse im Schattenbahnhof und damit nicht überdeckt werden kann.

Was dann wenige Wochen später der Briefträger brachte war für den Schattenbahnhof fast zu schade. Die Weichen waren kleine, filigrane Kunstwerke.

Da  jede der Weichen zwei Herzstücke  besitzt, die polarisiert werden müssen, schied die früher verwendete Antriebstechnik mit den "Missbrauchten" Roco-Antrieben aus. Statt dessen entschied ich mich für einen Antrieb mittels Servo und einem Servodecoder, der die Polarisierungsrelais bereits "on Board" hat.

Neuer Blockplan

Die Erweiterung im Schattenbahnhof auf drei Durchgangs- und ein Stichgleis bedingte auch den Einbau eines weiteren Belegtmelders, wodurch sich die Zahl der möglichen Blöcke auf 16 erhöhte.

Damit konnte ich auch in bestehenden Gleisen Teile auf eigene Belegtmeldung umbauen. Dies dazu nötige Verkabelung hatte ich teilweise schon beim ersten Aufbau vorgesehen, so dass der Aufwand überschaubar blieb. Das Gleis zum Schrottplatz wurde jetzt von der SW überwacht; Freilade und Ausziehgleis wurden zu eigenen Blöcken umgebaut, wodurch sich auch hier automatische Zugfahrten realisieren lassen.


Gleich noch ein Weichentausch

Neue Bogenweiche im eingebauten Zustand
Neue Bogenweiche im eingebauten Zustand

Nach dem die 3-Fach Bogenweichen bei den Märklin-Tagen 2012 Ihren ersten Ausstellungseinsatz problemlos überstanden hatten, beschloss ich, die Bogenweiche in der Bahnhofseinfahrt ebenfalls gegen ein Exemplar von Weichen-Walter zu ersetzen. An der originalen Weiche aus dem Hause Märklin hatte  es immer wieder Probleme mit Drehgestellen bzw Vorläuferachsen an Dampfloks gegeben.

Durch die exakt gleiche Gleisgeometrie war der Austausch einfach zu erledigen. Die alte Weiche wurde grob herausgetrennt und dann vorsichtig bis zu den Gleisverbindern entfernt. Die Verbindungslaschen Die Gleisverbinder wurden so weit abgeschliffen, dass die neue Weiche sauber darauf auflagen und dann schrittweise mit Silberlot verlötet.

Der Antrieb erfolgt wiederum mit einem Servo, dessen Ansteuerung noch auf den beiden Servomodulen der Schattenbahnhofssteuerung verfügbar war.

Nach ausgiebiger Probefahrt ohne jegliche Entgleisungen blieb nur noch die Weiche einzuschottern  - fertig. 

Der Zeitaufwand war mit ca 90 Minuten erstaunlich gering.